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ESNES.N.ON2
Im Rahmen des tanz_house Herbsts 2011 fand am 11.10.2011 in der ARGEkultur Salzburg die Premiere der neuen Tanzperformance von Helene Weinzierl in Kooperation mit Anna MacRae statt. Dreht man den geheimnisvollen Titel um, so ist die Thematik des Abends klar zu erkennen. Die Suche nach diesem „UnSinn“ macht richtig Spaß.
Eine Stimme aus dem Off stellt uns die drei Touristen vor, die zufällig auf einem indischen Busbahnhof zusammentreffen. Helmut, ein Deutscher, unterwegs mit Yogamatte und Klappsessel, Jonny, ein Amerikaner, und Katharina, eine russische Sängerin. Die Anreise im überfüllten und überhitzten Bus ist schweißtreibend. Die Geräuschkulisse – Straßenlärm und das stampfende Holpern eines alten Autobusses – versetzt die drei Reisenden fast in Trance.
Die zahlreichen Bremsmanöver rütteln sie immer wieder kräftig durcheinander, sie stürzen über- und aufeinander, ein ständiger Kampf um den einzigen Sitzplatz. Als die drei verschwitzt und durchgerüttelt endlich am Ziel angelangt sind, stellt Katharina fest, dass sie sich eindeutig am falschen Ort befindet, denn hier ist sicherlich nicht Dubai. Was wird nun aus ihrem Konzert? Eine Alternative ist ein Campingurlaub mit den Mitreisenden. Doch ist auf das Wetter auch in Indien kein Verlass, es stürmt, es regnet und die Mücken sind eine Plage.
Das irrwitzige Geschehen auf der Bühne ist so amüsant, dass man die Suche nach dem Mörder – eine Aufgabe, die dem Publikum zu Beginn der Performance gestellt wurde – beinahe vergisst. Wer ist nun wirklich der Mörder? Die Abstimmung fällt eindeutig aus. „Wer für Kandidat 1 ist, hebe die Hand. Wer für Kandidat 2 ist, erhebe sich von seinem Sitz. Wer für Kandidat 3 ist, bleibe sitzen.“ In dieser Tanzperformance von Helene Weinzierl und Anna MacRae ist man nicht versucht, nach dem tieferen Sinn zu suchen. Wenn Unsinn Methode hat, kann das sehr unterhaltsam sein. „esnes.n.on2“ – die Suche nach UnSinn und die zufällige Bekanntschaft mit einem Mörder.
2 - 14. Oktober 2011 | Von EPichler | Kategorie: News Dorfzeitung
Wer hat die Kokosnuss geklaut?
TANZHOUSE / CIE LAROQUE / ESNES.N.ON2
12/10/11 Keine Ahnung. Wahrscheinlich Fritz. Wie es ausschaut, hat er als Ritter von der Kokosnuss diese erobert - mit Yogamatte und Regenschirm - und auch noch Johnny und Katarina ermordet. Warum? Wie gesagt: Keine Ahnung. Es war aber echt lustig.
Von Heidemarie Klabacher
Getroffen haben sich die drei in einem Bus in Indien, zwischen in und um Mumbai. Opernsängerin Katarina wähnt sich freilich in Dubai und manches kommt ihr langsam seltsam vor.
Zunächst also drei schwitzende Touristen in einem unklimatisierten, überfüllten, rüttelnden indischen Linienbus, umgeben von ebenso schwitzenden Indern mit Hühnersteigen. Vollbremsung. Der eine fällt vom Notsitz, die anderen beiden stürzen sich darauf. Die Unterlegenen unternehmen alles, um beim nächsten gröberen Rumpler den Siegreichen vom Thron zu stürzen. Es rüttelt und rumpelt, und laut - und heiß - ist es auch.
Diese ebenso absurden wie farbkräftigen Bilder erwecken auf leerer Bühne drei Tänzer, die in einem sonnengelben Licht-Viereck auf dem Boden stehen, einen Arm nach oben strecken und auf einen Takt - den der Rumpelbus vorgibt - in die Knie gehen. Und manchmal eben vom Hocker fallen. Dazu gibt es wohl eine klangvolle Geräuschkulisse, aufgenommen vielleicht sogar am Originalschauplatz. Dennoch sind allein schon die Bildkraft der Szenen und die Aussagekraft der scheinbar so simplen Bewegungen der drei Darsteller enorm.
Die Geschichte kommt nicht ganz ohne Text aus: Sparsam eingesetzte und knappe Dialoge kommen leicht hallig via Lautsprecher. Das bringt einen Verfremdungs-Effekt mit sich und verhindert - klugerweise - dass Nicht-Schauspieler auf offener Bühne sprechen müssen.
Die drei Unbekannten jedenfalls lernen sich auf der unbequemen Reise dann doch irgendwann kennen, freunden sich an, kommen einander näher, übernachten sogar gemeinsam im Zelt (Fritz hat es im Rucksack, wie auch Hocker und Zweithocker, Regenschirm, Regenmantel, Laptop - sehr verdächtig, fünf Paar Schuhe und Fliegenklatsche).
Sie haschen auch fröhlich: Dies sei ein Nichtraucherzelt, hört man zwar Fritz protestierend aus dem Durcheinander der Schatten an der Zeltwand, aber es hilft ihm nichts. Man ist ja in Indien. Dann erzählen sie sich traurige Geschichten aus Kindertagen und am Ende sind zwei von ihnen tot. Vermutlich. Fritz jedenfalls hat die Kokosnuss. Fritz ist ein Yoga-Freak. Wenn die Moskitos kommen - man merkt das ganz genau an der hektischer werdenden Bewegung, im Zelt - versucht er es mit Versenkung. Wie er sich dann - aus seiner „Inneren Mitte“ heraus - mit dem Fliegenpracker auf die Gelse stürzt, ist eines Buster Keaton würdig.
„esnes.n.on2“ heißt das Stück von cieLaroque, das Helene Weinzierl zusammen mit Anna MacRae inszeniert und choreographiert hat. Ein Tipp. Den Titel von hinten nach vorne lesen. Der pure Unsinn also, zum Quadrat, und noch dazu urkomisch. Einen Sinn oder die Meta-Ebene oder gesellschaftspolitische Relevanz herausdestillieren, freut jetzt nicht. Es war brillant und komisch. Das darf auch einmal genug sein. Die Darsteller, die ebenfalls an Idee, Konzept und Choreographie beteiligt waren: Yuri Korec, Viviana Escalé und Vladislav Soltys. Applaus noch mal! (www.drehpunktkultur.at, 13.10.2011)
audiance feedback, 2011, Birmingham, THINK FISH part I
-Beautiful work. Please put me on your mail list.
-Dance performance was a light relief from previous show – engaging, funny and surprisingly easy to get involved.
-The first movement/dance based piece I have really enjoyed. Being funny definitely helped!
-Nice sense of humour, some lovely moments but didn´t go anywhere.
-You like it, sincerely also if great body, especially him.
-Close second and excellent.
-Ok, fun, nice to see something abstract.
-Great energy.
-A very charismatic and technically brilliant and original performance with many funny moments and audience participation.
-The fishy dance piece was my favourite.
-Enjoyable finale, not an abstract as I thought it would be.
-I want to know where the fish came from! Funny.
-Sweet, felt the connection was sweet but not really connected to the piece and therefore felt a bit cheap.
-No idea what it was about but found it very captivating.
-Abstract and funny. I quite like things like this. Gentle and enjoyable.
-Very good, witty, charming - great movement. Shame about me jumping CD player. Great show.
-Fun-good show-good audience interaction.
-Enjoyable, interactive that happens to balance!!! Loved it!!!!
-Brilliant
THINK FISH
Modernes Tanztheater ist oftmals sehr abstrakt und nicht immer leicht zu verstehen. Doch diesmal kam alles ganz anders. Eine Tänzerin mit Mikrofon betrat die Bühne und stellte sich als Reisebegleiterin vor, um uns den Einstieg in die Geschichte zu erleichtern. Wir sollten die Augen schließen, von weißem tropischem Strand und Palmen träumen, uns dann als kleine Fische ins türkise Meer stürzen und weit hinaus bis zu den Korallenriffen schwimmen. Leider lauerte dort ein Hai, nein, es war zum Glück nur ein Mann, der gelangweilt auf der Bühne herum saß. Doch damit war jetzt Schluss. Die muntere Dame lockt ihn schnell aus der Reserve. Wir dürfen ihre diversen Annäherungsversuche miterleben und einen romantischen Kuss, der unseren Freund in Ekstase versetzt. Leicht hat er es jedoch nicht, denn so sehr er sich auch bemüht, die Frau hat ihn fest im Griff und ist nicht leicht zufriedenzustellen. Schließlich schleppt sie ihn in ein Fischrestaurant. Dort sitzen sie nun bei „Fish and Chips“ und reden ständig aneinander vorbei. Während sie mehr Sex einfordert (der letzte war vor ungefähr zwei Jahren), findet er sie nur hysterisch. Für Ablenkung sorgen jedoch drei Wesen, die wie auf Wellen hereinschwappen. Sind es Fische in einem Aquarium, die nur darauf warten, als nächste verzehrt zu werden? Diese drei nehmen zunehmend menschliche Züge, ja sie beschweren sich schließlich so heftig, dass unserem Ehepaar nichts anderes übrig bleibt, als sich bei ihnen zu entschuldigen, der Appetit auf Fisch ist ihnen gründlich vergangen.
Es ist eine liebenswert verrückte Geschichte, in der berührende, romantische Momente sich mit ekstatischen Szenen abwechseln. CieLaroque/Helene Weinzierl ist mit dieser Performance über einen Ignoranten, seine Frau und drei Fische im Aquarium eine bissige Beziehungsstory gelungen, die das Publikum bestens unterhielt und begeisterte.
25. Oktober 2010 ARGEkultur, Salzburg | Von E. Pichler | Dorfzeitung
Es ist eine liebenswert verrückte Geschichte, in der berührende, romantische Momente sich mit ekstatischen Szenen abwechseln. CieLaroque/Helene Weinzierl ist mit dieser Performance über einen Ignoranten, seine Frau und drei Fische im Aquarium eine bissige Beziehungsstory gelungen, die das Publikum bestens unterhielt und begeisterte.
EPichler -Dorfzeitung.com
variations on a basic theme
"Österreich tanzt" im Festspielhaus St. Pölten
Und in Helene Weinzierls "variations on a basic theme" führen zwei Tänzer auf körpersprachliche und pantomimische Weise in Varianten kommunikativen Scheiterns virtuos vor, wie Machtstrukturen unterlaufen und ad absurdum geführt werden können.
(Schluss) bar/buc/ley APA0071 2008-06-22
Nichts hat die engagierte Produktion "Habibi Problem" (2008) an Aktualität eingebüßt. Die Salzburger Choreografin Helene Weinzierl erzählt darin die wahre Geschichte zweier blutjunger iranischer Homosexueller. Schwule Liebe ist im Iran verboten, der Liebesakt wird mit Exekution bestraft.
Und da steht er nun, Mehdi (überzeugend: Juraj Korec), den man erwischt hat, kaum im Leben und schon geknickt. Auf engem Raum zwischen Tisch, Stuhl und Bett vollzieht sich der triste Alltag des Inhaftierten. Abstrakte Körperbewegungen vermitteln subtil seine Emotionen, Erinnerungen und täglichen Erniedrigungen. Es bestürzt, wenn er die Kontrolle über seine zitternden Finger verliert, zum Disco-Sound sein Becken freudig schwingt oder vom imaginären Personal brutal verprügelt wird.
Die unterschiedlichen Schicksale der Liebenden schaltet Weinzierl behutsam und sehr kreativ parallel. Während Mehdi auf den Tod durch Erhängen wartet, zeigt ein Film von Markus Huber und Petra Hinterberger die aufreibende Flucht seines Freundes nach Europa. Wer glaubt, der Freund hätte damit das große Los gezogen, irrt. Wiewohl in Freiheit, scheint der Globus zu einem einzigen Gefängnis mutiert. Die fantasievolle, comicstripartige Aufbereitung des Films erzeugt ein Flair von Science-Fiction, welches die raue Realität noch grausamer bloßstellt. "Habibi Problem" ist ein packender Abend, der Brisantes mit einem Hauch von pädagogischem Zeigefinger gekonnt in Kunst transformiert.
Kleine Zeitung 19.5.2011
Facetten der Isolationshaft
"Habibi Problem", [ein] Gastspiel der renommierten österreichischen
Choreographin, [ein] gesellschaftskritisches und sehr politisches
Stück. […] Beklemmt verfolgt man, wie sich der Häftling
in seiner Zelle in Trance tanzt, sieht man auf der Videoleinwand
die atemlose Flucht des Geliebten durch verlassene Wohnviertel und
Treppenhäuser. […] Was am Ende bleibt, ist die Häftlingsnummer,
nicht mehr als eine Ziffer, und die Erinnerung an den Liebhaber.
[…] Die 50-minütige Inszenierung hat genau die richtige
Länge, um die Thematik pointiert zu vermitteln und den Zuschauer
in eben jene Beklemmung zu versetzen, die nötig ist, um die
Geschichte nachzuempfinden.
kultur-in-bonn.de, 04.02.09, Anina Valle Thiele
Liebe auf der Flucht
Performance. Premiere für CieLaroque beim Salzburger Festival
"tanz-house".
"habibi Problem": Das ist der Titel der
ersten Uraufführung des heurigen Salzburger Festivals "tanz-house".
In der ARGEkultur kombinierte die Salzburger Choreografin und Festivalkuratorin
Helene Weinzierl am Donnerstag mit ihrer Gruppe "cieLaroque"
zwei Erzählebenen: Aktion auf der Bühne und einen wie
ein Comicstrip dreiteilig projizierten Film. Er erzählt die
Geschichte des Iraners Mehdi (Erich Rudolf), der vor Verhaftung
und Ausweisung nur dank übermenschlicher Fähigkeiten entwischen
kann, bis das Happy End mit einem Stempel auf der Aufenthaltserlaubnis
besiegelt wird.
Was Mehdi wohl passiert wäre, hätte man ihn zurückgeschickt,
zeigt Juraj Korec als Mehdis Liebhaber, der in einem iranischen
Gefängnis auf die Todesstrafe wartet, weil er homosexuell ist.
Subtil beleuchtet Helene Weinzierl einerseits die Folter einer Isolationshaft,
andererseits die Furcht eines Liebenden um den anderen. Die Gedanken
an Mehdi lassen den Gefangenen nicht los, immer weniger kontrollierbar
wird die Bewegung des Körpers. Der zärtlichste Moment
wächst aus einer Interaktion zwischen Bild und Bühne:
Im Film steht Mehdi atemlos im Treppenhaus eines Gebäudes.
Um ihn schneller zu Atem kommen zu lassen, hält Korec den seinen
an: ein Monument der Liebe, das im Gedächtnis bleibt.
© Michael Brommer, Salzburger Nachrichten
Helene Weinzierl erhielt im Dezember 2010 den Förderpreisträger für Kunst und Kultur der Stadt Salzburg.
Sie gilt als eine der versiertesten Choreographinnen des Landes. Die 47-Jährige hat als Tänzerin unter anderm mit der Gruppe Rosas gearbeitet und als Organisatorin mit ihrer Initiative "Tanzimpulse" dem modernen Ausdruckstanz in Salzburg auf die Sprünge geholfen. Im Jahr 1995 gründete sie die "cieLaroque/helene weinzierl"-Kompanie mit der sie zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise erhielt.
© Der Standard
Absolute Perfektion in Mimik und Gestik, kombiniert
mit einer Prise Keckheit und Humor, waren das Erfolgsrezept, mit
dem das österreichische Ensemble begeisterte. […] Mit
„Life is not a picnic“ lieferten Helena Arenbergerova,
Erich Rudolf, Juraj Korec und Nikoleta Rafaelisová eine Tanzdarbietung
mit höchstem Anspruch.
Diana Armatage, Ruhrnachrichten, 02.10.2008 (Life is Not a Picnic)
Keinerlei Hilfsmittel stören den Tanzboden, lediglich eine
Leinwand mit der schwarz-weißen Video-Installation einer endlos
fahrenden Rolltreppe "ziert" das Bühnenbild. Das
genügt auch vollauf für dieses spannende, eindringlich
getanzte Theater. […] Bitte mehr davon.
Ilka Heiner, Westfälische Rundschau Schwerte, 04.10.2008
Eine schlaue Zeitkritik. Tanz kann eben mehr als bloß ästhetisch
sein.
Österreich, 18.04.2008 (Life is Not a Picnic)
Ironisch, humorvoll, einfallsreich, und intelligent ist diese Produktion,
nicht zu vergessen die hervorragenden Kompositionen und Klangideen
des Musikers Oliver Stotz, die die Performance im richtigen Moment
noch verdichten.
Susanne Zellinger, Oberösterreichische Nachrichten, 18.04.2008
Mit kuriosen Bewegungsabläufen verdeutlichten
die Tänzer von „cieLaroque“ die humoristische Kritik
an unserer Gesellschaft, ausgeübt von der preisgekrönten
Salzburger Choreographin Helene Weinzierl. […] Unkonventionell
und dabei stets mit einer Spur Naivität, imitierten die Künstler,
wie sich der Mensch in der heutigen Gesellschaft eingerichtet hat.
Sonja
Golgowski, Westphalenpost, 19.05.2008
Präziser Tanz auf dem Fließband der Konsumgesellschaft.
Silke Rathert, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 16.05.2008
„Life is not a picnic schaffte es erfolgreich,
das fieberhafte Tempo unseres Lebens zu reflektieren"
Stephanie Burridge, The Flying Inkpot, Singapur
„[…] Die österreichische Choreografin Helene Weinzierl
brachte das Publikum zum Prusten vor Lachen mit ihrem gewitzten
Tanzstück, das inspiriert wurde durch die Spezies der Einkaufssüchtigen,
denen sie in ihrer Heimatstadt Salzburg begegnet ist. Die 52-minütige
Aufführung war ein sehr humorvoller Seitenhieb auf den Konsum
und eine enthüllende Momentaufnahme, wie unser modernes Leben
sich rund um Kommerz und Shopping organisiert.“
June Cheong, ST Life!, Singapur, 31.01.08
Das Leben ist kein Zuckerschlecken. Wahrlich nicht.
Ja, ist es nicht trist, geradezu beklemmend, wie wir instinktiv
dem Alltagstrott verfallen? Wie wir aufstehen, zur Arbeit gehen,
uns setzen, bisweilen wartend verharren, weiter gehen, uns einreihen
in die Schlange der Wartenden an der Kasse im Supermarkt, im Straßenverkehr,
auf der Rolltreppe, dann wieder schlafen gehen, aufstehen, zur Arbeit
gehen. Ist alles stets gleich? Sind wir heute da, wo wir gestern
waren? Im ewig gleichen Trott?
Die etwa 60-minütige Inszenierung stellt den Zuschauer vor
diese Fragen, suggeriert Hektik, schafft Beklemmung. Die vier Tänzer,
zwei Frauen und zwei Männer, bieten ein nuancenreiches, harmonisches
Zusammenspiel. Wie aufgezogene Puppen verrichten sie in mechanisch
abgehackten Bewegungen ihre täglichen Aufgaben. Sie gleiten
durch den Raum, simulieren virtuos Alltagssituationen, wie etwa
das Anstehen an der Ladenkasse.
Helene Weinzierls Komposition Live is not a picnic schafft es, das
Publikum in einen Zustand des Erschauderns zu versetzen. Was wir
sehen, fasziniert durch die Ästhetik der Darbietenden wie durch
die Ästhetik der schwarz-weißen Video-Installation, erinnert
uns an uns selbst und stößt uns ab.
Kultur-in-Bonn.de 12.09.2007
Bonn, ein gelungener Abend. Keine Hilfsmittel, nur
eine Leinwand mit dem Film einer endlos fahrenden Rolltreppe ziert
das Bühnenbild für das Tanztheaterstück "Life
is Not a Picnic".
Die Tänzer Erich Rudolf, Juraj Korec, Helena Arenbergerova
und Nikoleta Rafaelisova machen ihre Arbeit. Ihr Tanz ist eindringlich,
spannend und an mancher Stelle sogar ausgelassen komisch.
Wiederholt müssen sie zwanghaft in einen engen Lichtstreifen
zurückkehren und einen übertrieben heiteren Konsumtanz
vollführen. Ihr Ziel scheint es am Ende zu sein, diesen Zwang
zu durchbrechen und selbst zu bestimmen, wann die Musik wie ertönt.
General-Anzeiger, Bonn, 14.09.2007
Innovativ, ausdrucksstark tänzerisch umgesetzt
und mit eindringlichen, leicht zugänglichen Bildern betrachtet
Arenbergerova Fremdbestimmung und Selbstfindung aus unterschiedlichen
Perspektiven. Die multimediale Bühnenkonzeption und eine klare
Symbolik erleichtern den Zugang zu einem tänzerisch anspruchsvollen
Solostück, in dem sich das breite Ausdrucksrepertoire der Tänzerin
voll entfalten kann. Verdient euphorischer Beifall im voll besetzten
Theaterlabor.
Heike Krüger, 04.07.2008
ist eine heiter ironische
Studie über vertraute Alltagssituationen.
Eine junge Frau bereitet einen Abend für zwei vor; auf der
großen Videoleinwand steht sie in der Küche und kocht
Pasta, der virtuelle Tisch deckt sich auf einem Bildschirm scheinbar
von selbst, der reale Tisch bleibt
leer. Helena Arenbergerova tanzt anrührend die gespannte Erwartung,
die kleinen Koketterien und Posen einer potenziellen Verführung,
die zunehmende Frustration des Wartens und die Wut über den
ausbleibenden Gast.
(Bonn, General-Anzeiger, 12.07.2005)
Die Salzburger Tanzszene zeigte in der ARGE,
wo sie derzeit gerade steht
KARL HARBSALZBURG (SN).
An Helene Weinzierl und ihrer Compagnie Laroque erfreut immer wieder
der
leicht (selbst-)ironisch gebrochene Witz. Ihre auf eine Stunde kondensierte
"Werkschau" aus zehn Jahren heißt (hinter-)sinnig
"[no'konsept]" und spielt locker und pfiffig, munter und
augenzwinkernd mit Versatzstücken der eigenen Vergangenheit.
Das schon im Sommer flott-brillant absolvierte "Fernsehspiel"
des "TROPEA couch potatoes' paradise" rückt im kleineren
ARGE-Rahmen richtig wohnzimmerhaft nahe. Apropos: So richtig gut
auf die Bühne sehen kann man hier nicht, wenn man nicht zufällig
einen Platz in den hinteren, ansteigenden Reihen ergattert...
Salzburger Nachrichten (Kunst und
Wissenschaft), 15.11.2005
Mit dem der Fußball-WM waren bei Cocoon-Dance im Theater im
Ballsaal die zu Gast, die eher im Abseits stehen. Für das Stück
"Dr. Zimmermanns R-Lösung" hat sich die Salzburger
Choreographin und künstlerische Leiterin der Company "cieLaroque",
Helene Weinzierl, zusammengetan mit dem Behinderten-Theater "Blaue
Hunde".
Es geht in dem von dem autistischen Autor Alexander Dick erfundenen
Stück, das der Regisseur Wolf Junger geschickt in dramaturgisch
klare Bahnen gelenkt hat, nicht um die Ausstellung des Andersartigen,
sondern um die eigenwilligen ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten
und die besondere Sensibilität von Menschen, die nicht den
gesellschaftlich gesetzten Normen entsprechen. Also letztlich der
Kunst, die immer auch Normen in Frage stellt, sehr nahe sind.
Alexander Dick erzählt von den Lösungsversuchen einer
in sich versponnenen Existenz, die mit einem Schamanenkongress in
San Francisco beginnen und bei einem Jesus-Prediger enden.
Sein bei jeder Vorstellung variierter Sprachfluss mäandert
durch die Stromschnellen der Banalität, schlägt manchmal
poetische Volten und bleibt ab und zu an spontanen Metaphern hängen.
Dick spricht das - verstärkt durchs Mikroport - mal in sich
versunken und mal extrovertiert und changiert dabei zwischen Theaterfigur
und unmittelbarer Selbstdarstellung.
In spannungsvollen Kontrast zu seinen eckigen Bewegungen stehen
die weichen, spielerisch leichten von Stefan Wartbichler. Der kleine,
rundliche Tänzer lässt hinter seinem Down-Syndrom eine
naive Listigkeit aufscheinen.
Wie der Star einer Peking-Oper trippelt er im chinesischen Kostüm
mit Stock und Sonnenschirm über die Bühne, verwandelt
sich in einen japanischen Samurai, ist manchmal der freche Gnom
und spielt für den Wunderheiler auch das plötzlich durch
,göttliche' Gnade geheilte Opfer.
Vieles spielt den beiden Behinderten der elegante Tänzer-Schauspieler
Erich Rudolf vorsichtig zu, der mit ihnen über eine in den
Raum gehängte Jalousie oder eine fast zärtliche direkte
Wahrnehmung kommuniziert.
Wie die drei sich dabei lustig machen über die scheinbare Normalität
der Welt, ist ernsthaft komisch und setzt glücklicherweise
niemals auf den allfälligen Mitleidseffekt. Sondern auf die
Glücksmomente der klassischen Katharsis, wo Leid und Lust sich
auf der Bühne gegenseitig aufheben.
Mit einer Uraufführung beendet der Ballsaal die laufende Tanz-Saison.
Am 14./15./17. Juni zeigt der Belgier Fabrice Jucquois (Mitglied
des Choreographischen Theaters Bonn) dort seine Inszenierung "Geboren
an einem 30. Februar" nach Werken von Samuel Beckett.
Die Uraufführung von "d#funktion (Body Captures)",
der aktuellen Koproduktion von Cocoon-Dance und cieLaroque, die
seit einem Jahr zusammenarbeiten, findet am 11. August in Bayreuth
statt und wandert nach Stationen in Österreich im September
in den Ballsaal.
(General-Anzeiger, Bonn, 14. Juni 2006)
An Helene Weinzierl und ihrer Compagnie Laroque erfreut immer wieder
der leicht (selbst-)ironisch gebrochene Witz. Ihre auf eine Stunde
kondensierte "Werkschau" aus zehn Jahren heißt (hinter-)sinnig
"[no'konsept]" und spielt locker
und pfiffig, munter und augenzwinkernd mit Versatzstücken der
eigenen Vergangenheit. Das schon im Sommer flott-brillant absolvierte
"Fernsehspiel" des "TROPEA couch potatoes' paradise"
rückt im kleineren ARGE-Rahmen richtig wohnzimmerhaft nahe.
(Salzburger Nachrichten "Kunst und Wissenschaft", 15.11.2005,
KARL HARB)
click here
Die Choreographin Helene Weinzierl, künstlerische Leiterin
von "cieLaroque / helene weinzierl" und der Internationalen
Tanztage "tanzimpulse Salzburg", hat mit ihren vielfach
preisgekrönten Grenzgängen zwischen Schauspiel, Tanz und
Video weltweit gastiert; ihre Truppe gehört inzwischen zu den
angesehensten der freien Tanzszene in Österreich.
,
eine Soloperformance des exzellenten Tänzers Robert Tirpak,
kombiniert das Erzählerische mit dem Abstrakten. Auf zwei
gegeneinander versetzten Jalousien erscheint als Videoprojektion
der Eine, schön und elegant, selbst wenn er sich in einer Pfütze
wälzt. Der Andere auf
der Bühne sucht ihn und seine unzerstörbare Reinheit mit
aggressivem Begehren, kriecht in die flüchtigen Bilder seines
Gegenübers hinein, scheitert an deren virtueller Existenz,
kämpft um seine Selbstbehauptung im Taumel der Illusionen.
(Bonn, General-Anzeiger, 12.07.2005)
raffiniert zusammengestellten tänzerischen Virtuosenstückchen
hat Helene Weinzierl mit "Tropea"
noch ein abendfüllendes Werk präsentiert, mit dem man
sich leicht und luftig in die Ferien beamen konnte. Auf der Videoleinwand
zwei Couch-Potatoes (Lisbeth Ebner-Haid, Vitus Zeplichal), die sich
mit der Fernbedienung die irdische Welt heranzappen:
Die Bühne ist der virtuelle Raum, in dem kleine private Scharmützel,
Strandvergnügen, die kommende Fußball-Weltmeisterschaft
und die große Politik sich zu einem bunten Show-Grusical vermischen.
Das Ganze wird mit Witz und Tempo präsentiert von Iris Heitzinger,
Honza Malik, Petr Opavskì und Erich Rudolf. Mal taucht ein
verirrter nackter Engel auf, der sich aber schnell wieder aus dem
Staub macht. Die
Zuschauersituation ist witzig umgekehrt: Man beobachtet die Beobachter
und übernimmt ihren Blick - bis alles im gewalttätigen
Chaos endet.
(Bonn, General-Anzeiger, 12.07.2005)
Herzerfrischendes im Choreographic Center Linz (CCL) am Dienstagabend:
Die Compagnie Laroque der Salzburger Choreographin Helene Weinzierl
zu Gast in diesem Linzer Tanzhaus.
"Tropea couch potatoes" ist ein humorvolles, ironisches
und schwungvoll aufgebautes Stück Tanztheater, in dem die drei
Tänzer und eine Tänzerin in einem sparsamen Bühnenbild
gleichsam das Fernsehprogramm tanzen. Auf der Leinwand ist eine
Scheußlichkeit von Wohnzimmer zu sehen, wo ein Ehepaar auf
der Couch sitzt, in den TV-Schirm starrt, der diesfalls eben die
Bühne ist. Die beiden zappen durch die Kanäle - und auf
der Bühne wird das jeweilige Programm synchron zum Ton dargestellt:
von genialen Fußball-Einlagen über Werbung und Softporno,
vom Liebesfilm mit Untertiteln bis zum "Weißen Hai",
von der Talkshow über Homo-Ehen bis zum O-Ton von Herrn Bush
- und dazu eine beklemmende Bewegungstudie eines Folteropfers. Alles
mit viel Energie und in rasantem Tempo von Helena Arenbergerova,
Honza Malik, Peter Opavsky und Erich Rudolf umgesetzt. Ein auch
von der Idee her choreographisches Meisterstück.
((sin) OÖ Nachrichten vom 02.12.2004)
"Tropea" nennt sich die neueste Produktion der Choreografin
Helene Weinzierl und ihrer cieLaroque / helene weinzierl, die sich
mit dem virtuellen Paradies der TV-Konsumenten auf Zapp-Tour auseinander
setzt. Video, Schauspiel, Musik, Sprechgesang und Tanz fließen
in raschen Sequenzen ineinander - wie ein Comic, wenn zu schnell
umgeblättert wird. Am Mittwoch eröffnete "Tropea"
das "tanz[*]house-Festival 04" in Salzburg (bis 13. 11.
im "republic" und der "ARGEkultur Salzburg").
"fringe benefits", so das Motto, setzt sich bewusst mit
dem Ineinanderfließen der verschiedenen künstlerischen
Ausdrucksformen auseinander. c. l.
( Die Presse 2004-11-5)
Der "tanz_house Herbst 04"
begann mit der Laroque-Dance company im republic Mittwoch, 3.11.
- Spannendes von Helene Weinzierl
04.11.04 Sie tanzten sich in mein Herz, in mein Gemüt, die
vier Tänzer von der Laroque-Dance company: gestern, Mittwoch,
3.11., im fast ausgebuchten republic, fand die erste Vorstellung
zum Festival "tanz_house Herbst 04" statt.
"Drei Monate harte Vorbereitungszeit", erzählte mir
vor dem Beginn Elfi Eberhard, für Produktionsleitung, Werbung
und Kommunikation zuständig, hätten sie mit "allen
Sinnen erfüllt und voll und ganz beschäftigt". Jetzt,
wo alles fertig ist, präsentiert wird, fehle ihr etwas - so
ähnlich, als ob ein Kind weggegeben würde (...)
Auf der Bühne waren dann ein blaues Plastiksofa, eine grüne
Garten- oder Reservebank (je nachdem) und ein Garderobenständer
mit verschiedenen Utensilien aufgestellt. Auf der Videoleinwand
lief während der gesamten Vorstellung eine Szene mit einem
älteren Ehepaar, das vom Sofa aus, in die Kamera, genauer in
den Fernseher schaute. Sie stritten sich um die Auswahl der Sendungen,
wurden auch handgreiflich - es entbrannte der Kampf um die Fernbedienung.
Auf der Bühne tanzten drei Männer und eine Frau sozusagen
das Programm in Synchronisation. Fußball, Werbung, Nachrichten,
Talkshows, Liebesfilme, Horror und Krimis wurden augenzwinkernd
und in atemberaubendem Tempo gezeigt. Das TV-Kanalsurfen besorgte
das kämpfende Paar von der Leinwand herab.
Helene Weinzierl will mit ihren Choreografien die Welt zum Besseren
verändern, ist einem Infotext zu entnehmen. Ihre Botschaft
ist nicht zynisch, höchstens ironisch präsentiert: Die
Finanzwelt, das Kapital, sind Bindeglied und Auslöser in Richtung
Bewegung. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Rennen ums liebe
Geld. Toneinspielungen vom alten und neuen Gottseibeiuns' Amerikas
("We are winning") und gescheite Expertenmeinungen rund
um die Homo-Ehen würzten das Spiel mit provokanter Aktualität.
Das Stück heißt übrigens TROPEA / couch potatoes'
paradies. Für Konzept und Choreografie zeichnet Helene Weinzierl,
künstlerische Leiterin der LaroqueDanceCompany und von tanzimpulse
Salzburg. Videosequenzen, welche auf wohltuende Art und Weise nicht
das Bühnenspiel ruinieren, sondern Hintergrund bleiben, in
Kombination mit Tanz und Schauspiel ergeben einen spannenden dramaturgischen
Bogen, der nur vom "Enterprise" Vor- und Nachspann gestört
wird. Kompliment auch jedem einzelnen Tänzer, sowie der Licht-
und Tonregie.
TROPEA - cieLaroque / helene weinzierl ist noch heute, donnerstag,
4. 11., um 20.30 Uhr im republic zu sehen. Die Aufführung dauert
fünfzig Minuten. "Just sit down and relax" - das
gelingt dabei auf alle Fälle.
Georg Reittner (Drehpunkt Kultur)
Ein Paar sitzt auf der Couch und sieht fern. Das sieht der Zuschauer
der neuen Produktion der Laroque Company von Helene
Weinzierl auf dem Videoscreen. Davor sieht er (fabelhafte) TänzerInnen,
die so tun, als wären sie das Fernsehprogramm. Was einige Virtuosität
erfordert, da die (virtuellen) Fernseher auf der Couch
beständig durch die Programme zappen. Da heißt es, schnell
zu sein und ständig auf dem Sprung: vom Fußballfeld direkt
zur Talkshow und weiter in die Soap Opera. Ein einziger Tänzer
kann sogar (von hinten) Ronaldo in Rot und gleichzeitig (von vorne)
sein Gegner in Blau sein. Sehr witzig ist auch, wie die leibhaftigen
Bewegungskünstler auf der Bühne einen Film synchronisieren,
der auf dem Videoscreen nur als Text zu sehen ist. Helene Weinzierl
gebührt ein Oscar für ihre Neuerfindung: nach
der Unter- und der Übertitelung gibt es hier die Hintertitelung.
Glänzend ist, wie Schein- und Sein- Welt perfekt synchronisiert
erscheinen. Gelegentlich schläft das Paar auf dem Video richtig
ein. Dann läuft natürlich gerade ein Kulturprogramm. Und
am Ende gibt es eine anarchische Zimmerschlacht.
(Salzburg, SN
vom 6.11.2004, Karl Harb)
Die Eröffnungsvorstellung und darüber hinaus auch der
stärkste Teil des Abends war
. and the damage done.,
perfekt Choreografiert von Helene Weinzierl. Mit größter
Perfektion getanzt von Robert Tirpak, mit animalischer Aggression
und gleichzeitig unschuldig wie ein Kind,
( .... and the damage done, Edinburgh evening News 8/2003)
Helene Weinzierl brachte mit ... and the damage done
eine raffiniert konzipierte und von Robert Tirpàk bestechend
getanzte Video-Soloperformance. Sie zeigte die existenziellen Verstrickungen
des Menschen. Im Kleinen wie im Großen, eine Abfolge des Mühens,
Scheiterns und Aufraffens.
(... and the damage done, Kleine Zeitung Graz, 11/2001)
Manchmal werden Erwartungen bitter enttäuscht. Manchmal aber
auch übertroffen. Helene Weinzierls Produktion systems<damaging>systems
gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Dem Auge und dem Ohr
wird eine Fülle von Reizen geboten, gut kombiniert, eindrucksvoll
arrangiert.
(systems, Salzburger Nachrichten, 11/2002 U.Schupfer)
,
beim New Work Fringefestival aufgeführt und von den Kritikern
positiv aufgenommen zeigt intelligenten und sensiblen Tanz als Resultat
harter und kreativer Arbeit der Tänzer und aufmerksamer Anleitung
einer Choreografin, die sich offensichtlich nicht mehr mit perfekten
Schritten zufrieden gibt, sondern weiter geht und in die kritische
Rolle schlüpft, die manche KünstlerInnen heute im Vorantreiben
einer besseren Gesellschaft spielen.
(Faktor 3x, Patrizia Tombesi, TanzAffiche 10/2000)
vom Sterilen ist der Tanz dieses Ensembles, dessen Facettenreichtum
und Interpretationspotential. Die hervorragende Aussprache, das
exzellente Verschmelzen tänzerischer und schauspielerischer
Leistung, ein gleichermaßen Sich-Selbstverausgaben wie
im Sinne des Wortes- Zugehen; Zulaufen auf das Publikum: Faszinierend
ist der kraftvolle Tanz; Glück, Schmerz, Komik bewältigend.
Ästhetisch, weich kommt der Bewegungsablauf der Tanzenden,
auf dem Boden, über dem Boden. Da ist eine von professioneller
Tanzerfahrung unbeeinträchtigte Fähigkeit ursprünglicher
Interpretation des Libidinösen. Volle Anerkennung dann auch
der Applaus im Stadttheater.
(Liquid Underwear Passauer Neue Presse, 29.11.1999)
Was
für ein Stoff für ein Tanztheater. Tabubruch, Nacktheit,
Wildheit - da gibt es für voyeuristisch angehauchte Zeitgenossen
einiges zu erwarten. Doch, o weh ! Obszönität ? Fehlanzeige!
Plakativ, grelle Bilder? Nichts. Doch sollte man dies nicht als
Mangel begreifen. Helene Weinzierls Choreografie nähert sich
Schiele eher schleichend, behutsam. Sie reißt keine Masken
von Gesichtern, sondern entkleidet die Psyche fast schüchtern,
vorsichtig. Die Selbstverliebtheit des Genies, die Reaktionen seiner
Umgebung, der Mutter, der Schwestern. Immer wieder blitzen Zitate
aus Schieles Bildern auf, jedoch nicht als dreidimensional gewordene
Plagiate, vielmehr als ein eigenständiges und eigenwilliges
(Selbst-)Bildnis des Malers, klar und kraftvoll ist das Bewegungsrepertoire
der LaroqueDanceCompany. In der Reduziertheit liegt die eine große
Stärke dieser Uraufführung, die andere in ihrer Ironie.
Das Publikum war begeistert.
(Ich Ewiges Kind, Schwäbische
Zeitung 7/1998). |